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Wenn die Bienen schwärmen

Ein ereignisreiches Frühjahr mit drei Schwärmen, Leiter und Eimer.

Dieses Frühjahr war bei meinen Bienen besonders ereignisreich. Leider hatte eines meiner Völker den Winter nicht überlebt, sodass ich zunächst nur noch mit einem Volk dastand. Dieses hatte bisher allerdings noch nie besonders viel Honig produziert. Deshalb bekam ich von meinem Imkerpaten ein neues Jungvolk.

Ausgerechnet mein altes Volk entwickelte sich im Frühjahr dann so stark, dass es gleich drei Schwärme hervorbrachte.

Ein Schwarm im Baum

Ein Bienenschwarm ist ein beeindruckendes Naturschauspiel. Tausende Bienen verlassen den Stock und sammeln sich anschließend meist als große Traube an einem Ast oder Strauch.

Für mich beginnt dann jedes Mal ein kleiner, aufregender Einsatz. Mit Leiter und Eimer versuche ich, möglichst nah an den Schwarm heranzukommen und die Bienen in den Eimer zu schütteln. Manchmal hilft es, sie vorher vorsichtig mit etwas Wasser zu benetzen. Dadurch fliegen sie weniger stark auf und bleiben besser zusammen.

Anschließend kommen die Bienen in eine vorbereitete Beute. Besonders wichtig ist, dass auch die Königin dabei ist. Befindet sie sich in der neuen Beute, folgen ihr die übrigen Bienen meist schnell. Hat man sie nicht erwischt, kann es passieren, dass der Schwarm die Beute wieder verlässt und am nächsten Tag erneut im Baum hängt.

Warum schwärmen Bienen?

Das Schwärmen ist die natürliche Art der Honigbienen, sich als Volk zu vermehren. Ein Teil der Bienen verlässt mit der alten Königin den bisherigen Stock und gründet an einem neuen Ort ein eigenes Volk.

Im alten Stock bleiben Bienen, Brut und Vorräte zurück. Dort wird bereits eine neue Königin herangezogen. Auf diese Weise entstehen aus einem Bienenvolk zwei.

Die Schwarmzeit liegt meist im Frühjahr und Frühsommer. Zu dieser Zeit wachsen die Völker stark, es wird enger im Stock und die Bienen beginnen, spezielle Königinnenzellen anzulegen.

Wann zieht die Königin aus?

Beim ersten Schwarm, dem sogenannten Vorschwarm, zieht normalerweise die alte Königin mit einem großen Teil der Arbeiterinnen aus. Dies geschieht meist kurz nachdem die erste Königinnenzelle verdeckelt wurde.

Im alten Volk schlüpft später eine junge Königin. Sind dort noch viele Bienen und mehrere junge Königinnen vorhanden, können weitere Nachschwärme entstehen. Das war vermutlich auch bei meinem Volk der Grund dafür, dass es gleich dreimal schwärmte.

Wie finden die Bienen ein neues Zuhause?

Der Ast, an dem der Schwarm hängt, ist meist nur eine Zwischenstation. Während die Bienen dort ihre Königin umgeben, fliegen Kundschafterinnen los und suchen nach einer geeigneten Behausung, etwa einer Baumhöhle oder einem anderen geschützten Hohlraum.

Nach ihrer Rückkehr teilen sie den anderen Bienen durch Tänze mit, wo sich mögliche Nistplätze befinden. Sobald sich die Kundschafterinnen auf einen Ort geeinigt haben, fliegt der gesamte Schwarm gemeinsam dorthin.

Ein aufregendes Frühjahr

Für Imker bedeutet ein Schwarm meist viel Arbeit und oft auch weniger Honig, da das ursprüngliche Volk einen großen Teil seiner Bienen verliert. Trotzdem finde ich diesen Vorgang immer wieder faszinierend.

Meine drei Schwärme haben mir in diesem Frühjahr einige aufregende Einsätze mit Leiter und Eimer beschert. Gleichzeitig konnte ich beobachten, wie beeindruckend gut ein Bienenvolk organisiert ist.

Aus einem schwierigen Start nach dem Winter wurde so doch noch ein besonders lebendiges und ereignisreiches Bienenjahr.